Ich nehme meine wärmsten Schuhe aus dem Kasten und schnüre sie mir so fest wie möglich zu. Dann hüpfe ich Stufe für Stufe nach unten. Beim Griff nach der eisernen Haustürklinge spüre ich die eisige Kälte des Metalls. Langsam öffnet sich die quietschende Tür und ich trete hinaus. Gleich peitscht mir die klirrend kalte Luft in mein Gesicht, behutsam setze ich einen Fuß vor den anderen, um nicht auszurutschen.

Nun begebe ich mich in Richtung Waldstück, welches nun leider sehr karg und tot aussieht. Trotzdem marschiere ich heiter hinein und stapfe durch den tiefen Schnee im frostigen Wald. Obwohl die Natur im Wald zur Ruhe gekommen ist, ist sie dennoch einzigartig. Hin und wieder kann man im Unterholz ein mysteriöses Geräusch vernehmen. Der tiefe Schnee im Wald glänzt zauberhaft im müden Sonnenlicht eines wundervollen Wintertags. Der ganze Stress des Alltags fällt von meinen Schultern ab, ich atme tief durch. Jetzt spüre ich, wie sich meine angespannte Lunge mit der frischen Winterluft füllt.

Da war wieder eins! Hin und wieder kann man auch ein Eichhörnchen auf dessen vergeblicher Nusssuche erspähen.

Nun bin ich fast schon am Ende meines herrlichen Winterspaziergangs angekommen. Ich lasse mich auf einer eingeschneiten, knarzigen Holzbank am Rande der Donau nieder. Von dort aus beobachte ich den bleigrauen Strom und die Natur rund um ihn. In der Ferne kann man sogar eine Brücke erkennen, die sich wie ein schwarzes Gerippe über die Donau spannt. Jetzt aber schnell nach Hause! Langsam beginne ich schon das Gefühl in meinen Händen zu verlieren.

Zu Hause angekommen, ziehe ich mir geschwind den Mantel und die Stiefel aus. Im Kamin knistert wohlig das Feuer und ich lege mich gemütlich auf die Couch…

 

Gabriel Lederer

4B  //  DEZ. 2023  //  Schularbeitentext